Buchpräsentation:

Buchpräsentation:

"PDA verstehen - 65 Soforthilfe-Tools für hochsensible Kinder" von Dr. Beatrix Haslinger


PDA – Pathological Demand Avoidance – ist eines der am meisten missverstandenen Profile im neurodiversen Spektrum. Für viele Eltern bleibt unklar, warum ihr Kind bereits bei kleinen Erwartungen in Stress gerät, warum Kooperation plötzlich unmöglich erscheint und warum klassische pädagogische Ansätze nicht greifen. Oft erkennt niemand, dass so ein Kind im neurodiversen Spektrum ist, weil PDA noch kaum bekannt ist.
„PDA verstehen – 65 Soforthilfe-Tools für hochsensible Kinder“ stellt ein Werk dar, das diesen Nebel lüftet und PDA aus einer Perspektive betrachtet, die im deutschsprachigen Raum bisher weitgehend fehlt.

Was dieses Buch besonders macht, ist die ganzheitliche Sicht auf PDA: nicht als vorsätzlich störendes Verhalten, nicht als Trotz oder Ergebnis von schlechtem Erziehungsstil, sondern als neurobiologische Stressreaktion, die aus dem Zusammenspiel von Wahrnehmung, Nervensystem, Selbstbestimmung und – einzigartig in ihrer Herangehensweise – frühkindlichen Reflexmustern entsteht.


1. Ein neues Verständnis von PDA: weg von Willen, hin zum Nervensystem


Das Buch erklärt PDA nicht als „Nicht-Wollen“, sondern als Nicht-Können im Moment starker Stressaktivierung. Es beschreibt eingebettet in eine Alltagsgeschichte, wie Erwartungen vom Nervensystem betroffener Kinder als Bedrohung wahrgenommen werden – unabhängig davon, wie banal oder freundlich diese Erwartungen formuliert sind.

Damit verschiebt sie den Fokus weg vom Verhalten und hin zu den zugrunde liegenden Prozessen:

– Wahrnehmungsübersensitivität
– Verlust von Selbstbestimmung
– Übererregung des autonomen Nervensystems
– Alarmreaktionen auf soziale, körperliche oder kognitive Anforderungen

Diese Perspektive ist für Eltern entlastend und fachlich präzise zugleich.


2. Der einzigartige Beitrag des Buches: Frühkindliche Reflexe, hochsensibles Nervensystem und PDA


Das Buch verknüpft PDA mit einem Themenbereich, der in der üblichen PDA-Literatur fast völlig fehlt: den vielen Ebenen des hochsensiblen Nervensystems, das schließlich frühkindliche Restreflexe, insbesondere dem Moro-Reflex und dem Fear-Paralysis-Reflex aktiviert.

Das Buch zeigt:

– wie unvollständig integrierte Reflexe zu Übererregbarkeit führen
– warum Erwartungen wie Mini-Schocks im System wirken
– wie Blockaden, Kampfreaktionen oder Ausweichstrategien aus Reflexaktivierung entstehen
– weshalb Regulation erst möglich wird, wenn Körper und Wahrnehmung beruhigt sind

Diese Verbindung ist eines der stärksten Alleinstellungsmerkmale des Buches.
Es erklärt PDA nicht nur psychologisch, sondern körperlich-neurobiologisch – ein fehlendes Puzzleteil im deutschsprachigen Verständnis dieses Profils.


3. Klarheit statt Komplexität: PDA alltagsnah erklärt


Obwohl das Buch tief in neurobiologische und entwicklungspsychologische Zusammenhänge eintaucht, bleibt es leicht verständlich. Komplexe Vorgänge wie Stressphysiologie, Wahrnehmungsverarbeitung und Selbstbestimmbarkeit werden so übersetzt, dass Eltern sich darin wiederfinden und sofort erkennen:

„Das ist genau mein Kind.“

Besonders hilfreich sind:

– die Unterscheidung zwischen Überforderung und Trotz
– die Beschreibung typischer PDA-Strategien (Ablenkung, Humor, Ausweichen, Verhandlungen)
– die Erklärung, warum direkte Forderungen eskalieren
– die Betonung, dass Sicherheit Voraussetzung für Kooperation ist


4. Die 65 Soforthilfe-Tools: praktisch, sofort anwendbar, entlastend


Das Buch liefert verschiedenste umfassende konkrete Werkzeuge, die Eltern in Alltagssituationen sofort einsetzen können.
Die Tools sind kurz, klar und realistisch – ohne moralischen Zeigefinger, ohne Perfektionserwartung, dafür mit viel Wissen über:

– Stressreduktion
– Körpersprache
– Wahrnehmungsmanagement
– Ritualisierung
– Selbstbestimmung trotz Struktur
– Erwartungsumleitung
– humorvolle Entschärfung

In dem Buch begleiten wir Elina mit ihrem Sohn Yari durch den ganzen Prozess von seiner Diagnostik, Einsetzen verschiedener Tools, bis hin zu konkreten Herausforderungen im Alltag, wo der richtige Einsatz der erlernten Strategien erst feinjustiert werden muss. Sie vermittelt stattdessen eine Haltung des Beobachtens, Ausprobierens und Anpassen an das Nervensystem.


Erweiterung um ganzheitliche Perspektive: Human Design & der evolutionären Bedeutung von PDA


Im zweiten Teil des Buches wird PDA auch aus einer ganzheitlichen, evolutionären Perspektive beleuchtet– unter anderem mithilfe von Human Design. Aus evolutionärer Sicht ist PDA nicht nur eine neurobiologische Stressreaktion, sondern auch eine besondere Form von Wahrnehmungsintelligenz. Menschen mit PDA registrieren subtile Veränderungen in Erwartungen, Stimmungen und Dynamiken viel schneller als andere. Im Persönlichkeitsmodell Human Design sehen wir solche Muster häufig als tief verankerte Gaben, die zeigen, ob eine Situation stimmig oder unstimmig ist. Aus dieser Sicht entsteht Widerstand nicht, weil ein Kind „schwierig“ ist, sondern weil sein Nervensystem wie ein hochfeines Regulierungssystem funktioniert, das auf Unstimmigkeit mit Alarm reagiert. Evolutionär betrachtet sind solche Profile im Vormarsch, die emotionale Sensitivität höher entwickeln. Die Evolution des Menschen ist nicht abgeschlossen. Bisher war die Entwicklung des Großhirns und der mentalen Intelligenz im Vordergrund, wenn es um den evolutionären Druck des Homo sapiens ging. Doch nun geht diese Ära zu Ende und eine neue Anforderung tritt in den Vordergrund: Das emotionale Bewusstsein! Damit verbunden entwickelt sich eine höhere Sensitivität des Bauchhirns (Solar Plexus). Dies kann man in der Gesellschaft an vielen Phänomenen beobachten, die alle auf eine zunehmende Sensitivität hinweisen: Nicht nur die Zunahme von hochsensiblen neurodiversenen Menschen weltweit. Auch die Zunahme von Allergien (Nahrungsmittel, Staub, Pollen,...) aber und generell eine stetig wachsende Beschäftigung mit Emotionen. Psychologische Forschung, Ratgeberliteratur, Psychopharmaka, Berufsfelder wie Psychologen und Coaches sind wachsende Wirtschaftsbereiche. Es wird immer wichtiger wie wir uns fühlen. Diese Sensitivität ist wertvoll, wenn es um die Entwicklung eines liebevolleren Miteinanders geht.

Sensitivität warnt vor Überforderung, vor Gruppendruck, vor blinden Anpassungsprozessen. Sie hinterfragt Erwartungen, bevor sie übernommen werden. Die Schwierigkeit entsteht erst dann, wenn moderne Umgebungen diese Gabe missverstehen und als Fehlverhalten deuten. Ganzheitlich gesehen ist PDA also kein Defizit, sondern ein Hinweis darauf, dass wir lernen müssen, mit sensibleren Nervensystemen bewusster, respektvoller und neurobiologisch freundlicher umzugehen.


5. Für wen ist das Buch besonders geeignet?


Dieses Buch richtet sich an:

– Eltern hochsensibler oder neurodiverser Kinder
– Fachpersonen, die PDA besser verstehen möchten
– Menschen, die erstmals mit dem Konzept in Berührung kommen
– Erwachsene, die im PDA-Verhalten ihre eigene Lebensgeschichte entdecken

Es ist ein ideales Einstiegswerk, aber durch seine einzigartige Perspektive auch ein wertvoller Ergänzungstitel für Pädagogen.


6. Fazit: Ein wichtiges Buch mit einer dringend benötigten Perspektive


„PDA verstehen“ ist kein weiteres Ratgeberbuch, das Verhalten steuern oder „richtige Erziehung“ vermitteln möchte.
Es ist eine Einladung, Kinder neu zu sehen – mit einem Blick, der biologisch, sensibel, entwicklungsorientiert und zutiefst menschenfreundlich ist.

Haslinger bietet einen Ansatz, der Eltern entlastet, Kindern gerecht wird und das Fachwissen im deutschsprachigen Raum um eine bedeutende Dimension erweitert.
Wer PDA wirklich verstehen möchte, findet in diesem Buch einen präzisen, respektvollen und wissenschaftlich unterfütterten Wegweiser.